Das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache

Förderunterricht in Essen

 

Sprachliche Kompetenzen sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Kinder und Jugendliche ihr Potenzial voll ausschöpfen können – in der Schule, im Studium, in der Berufsausbildung und als Teil der Gesellschaft. Bei der Vermittlung sprachlicher Bildung stehen Schulen und Kitas jedoch vor Herausforderungen: Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die ohne Deutschkenntnisse eingeschult werden, steigt. Viele Kinder mit Zuwanderungsgeschichte sind in Deutschland geboren, wachsen aber mit einer anderen Familiensprache als Deutsch auf. Sie beherrschen die deutsche Sprache im Alltag – mit der im Unterricht und später im Beruf nötigen Bildungssprache haben sie jedoch häufig Probleme. Auch unter Schülerinnen und Schülern, die Deutsch als Muttersprache erwerben, wächst der Sprachförderbedarf weiter.

 

Um die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen mit Sprachförderbedarf zu verbessern, wurde 2012 das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache an der Universität zu Köln gegründet, initiiert und gefördert durch die Stiftung Mercator. Es will die sprachliche Bildung und die Sprachförderung entlang des gesamten Bildungswegs und insbesondere in der Schule verbessern. Direktor des Instituts ist Prof. Dr. Michael Becker-Mrotzek.

 

Um diese Vision zu erreichen, verfolgt das Mercator-Institut drei Ziele:

 

Lehrkräfte für sprachsensiblen Unterricht qualifizieren

Lehrerinnen und Lehrer sind die Schlüsselpersonen für einen sprachsensiblen Unterricht, der sich am individuellen Bedarf jedes einzelnen Schülers orientiert – nicht nur im Fach Deutsch, sondern in allen Unterrichtsfächern. Um Lehrkräfte bei dieser Aufgabe zu unterstützen, setzt sich das Mercator-Institut für eine Verankerung von Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache in allen Phasen der Lehrerbildung ein: im Studium, im Referendariat und in der Fortbildung.

 

Fundiertes Wissen über sprachliche Bildung schaffen

Wie erwerben Kinder die deutsche Sprache? Wie diagnostiziert man einen Sprachförderbedarf schon in der Kita? Welche Förderkonzepte wirken? Zu diesen Fragen gibt es noch immer zahlreiche offene Forschungslücken. Das Mercator-Institut fördert daher Forschungsprojekte, die sich diesen Fragen widmen. Darüber hinaus betreibt es selbst praxisnahe Forschung.

 

Strukturen verändern

Sprachliche Bildung und Sprachförderung liegen in der Zuständigkeit einer Vielzahl von Akteuren: von Trägern der Kinder- und Jugendhilfe über Schulen bis hin zu Ministerien und Behörden auf kommunaler und Landesebene. Das Mercator-Institut versteht sich als Moderator und Vermittler: Durch Publikationen, Veranstaltungen, Kooperationen und individuelle Beratung fördert es den Transfer guter Praxis und wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Bildungspolitik und -administration und zurück in die Praxis. So will es dazu beitragen, systemische Veränderungen zu initiieren, damit durchgängige Sprachbildung entlang des gesamten Bildungswegs von Kindern und Jugendlichen anerkannt und umgesetzt wird.

 

Weitere Informationen zu aktuellen Projekten und Ergebnissen unter

http://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de